1957

Michael Hedwig wurde am 3. Februar 1957 in Lienz, geboren.

Seine mütterlichen Wurzeln liegen in Osttirol. Die Mutter, Rosina Hedwig, geb. Mair, verw. Fercher, war Wirtshauspächterin. Anfänglich lebte die Familie in der Friedensiedlung* in Lienz, dann in St. Jakob/Def. (Gasthaus Tekin, 1960-62), darauf in Göriach (Wendelhof, 1965) und später in Dölsach (Gasthaus Aguntum/Mair, ab Herbst1965-67, und schließlich Kreuzwirt, 1969-75).

Seine väterlichen Wurzeln liegen in Siebenbürgen (Honigberg/Hărman), Rumänien. Als Angehöriger der Volksgruppe der Siebenbürger Sachsen, absolvierte der Vater, Michael Hedwig, als junger Mann eine "Kolonialwarenlehre" in Kronstadt/Brașov. Durch die Geschehnisse des Zweiten Weltkrieges kam der Vater verwundet nach Osttirol und erhielt die österreichische Staatsbürgerschaft. In der Folge arbeitete er als Mineur und Sprengmeister und widmete sein Leben dem österreichischen Wiederaufbau.

Michael Hedwig lebt seit 1974 in Wien und zeitweise in Lienz.

Sein Atelier betreibt er im 6. Bezirk Wien, Mariahilf.

Er ist mit der rumänischen Künstlerin Simina Badea verheiratet.

 

*  Die „Kunst am Bau“-Projekte in der Friedensiedlung in Lienz waren für den jungen Michael Hedwig prägend. Über dem Eingang seines Geburtshauses ist auch heute noch das zweiteilige Sgraffito „Hl. Christophorus und Lebensbaum“ der Albert Paris Gütersloh-Schülerin Hedwig Wagner (*1922  +2018) erhalten.

Albert Paris Gütersloh war auch der Lehrer von Anton Lehmden, bei dem wiederum Hedwig 1974-80 studierte bzw. dessen Mitarbeiter er später wurde. 

 

Weitere Kunstwerke an den Nachbarhäusern in der Friedensiedlung sind z.B. von Franz Walchegger (entstanden 1957), Oswald Kollreider (entstanden 1956) und Gertrud Purtscher-Kallab.

Michael Hedwig wurde weiters durch die Sammlung des Museums Schloss Bruck, vor allem durch die Bilder von Albin Egger-Lienz und durch die Aktivitäten der Stadtgalerie Lienz im Tyrolia-Haus früh geprägt.

 

Textbeitrag u.a. zum Thema "Kunst am Bau - Friedensiedlung" von Mag. Rudolf Ingruber:

https://www.dolomitenstadt.at/2021/08/15/franz-walchegger-die-familie-oder-die-vier-lebensalter/

Textbeitrag u.a. zum Thema "Kunst am Bau - Friedensiedlung" von Mag. Dr. Eleonora Bliem-Scolari:

https://www.osttirol-online.at/4eb3c0c09b5b8/2007-75-5-6.pdf

 

Anlässlich einer Parisreise sah der 17-jährige erstmals teilweise aus Katalogen bekannte Bilder im Original. Z.B. Paul Cézanne, Henri Matisse, Pablo Picasso, Claude Monet, Marc Chagall, Max Ernst, Salvador Dali, Jasper Johns, Henri Michaux. 

 


1974 - 1980

Studium der Malerei, Meisterschule Lehmden, an der Akademie der bildenden Künste Wien


1980

Diplom, Mag.art.


Würdigung: Anton Lehmden

Anton Lehmden (1929–2018) gilt als eine zentrale Konstante der österreichischen Kunstgeschichte nach 1945, vor allem durch seine Rolle als Mitbegründer der Wiener Schule des Phantastischen Realismus, wiewohl er innerhalb dieser Gruppe einen Sonderstatus pflegte. 

Seine Beständigkeit in seinem Werk zeigt sich sowohl in seinem unverwechselbaren Stil als auch in seinem jahrzehntelangen Wirken als einflussreicher Lehrer und bedachter Denkmalschützer (Schloss Deutschkreutz).

Sein bekanntestes Werk, das zugleich Zeugnis seines Programms darstellt, ist die Gestaltung der U3-Station Volkstheater, 1010 Wien, mit seinen monumentalen Mosaiken und dem zentralen Glasfenster.

Bedeutsam sind seine Gestaltungen auch im kirchlichen Kontext, wie in der St. Georgs Kirche in Istanbul oder die Gestaltung der Pfarrkirche Deutschkreutz. In Wien gibt es einige Beispiele wie die Gestaltung der Kapelle bei den Lazaristen, Kaiserstraße 7, 1070 Wien.

Seine Werke sind neben großzügig angelegtem Bildaufbau von einer außergewöhnlichen Detailgenauigkeit geprägt. Er malte architektonische Fragmente, geologische Schichten oder vegetative Strukturen mit meisterlicher Präzision. Ich hatte oft und über lange Perioden die Möglichkeit die Entwicklung seiner Bilder zu beobachten. Von der Grundierung, über die  anfänglich sehr rasch hingemalten Grundkompositionen, bis zu den ausgearbeitetn, manchmal über Jahre dauernden, vertiefenden, verdichtenden Details.

Ich möchte Anton Lehmden als großen Radierer würdigen. Heute längst vergriffene Meisterstücke, wie die Roma-Mappe, sind legendär. Ihm habe ich die ersten Impulse zur künstlerischen Druckgrafik zu verdanken. Nach seiner Emeritierung 1998, hatte ich folgerichtig die Möglichkeit, bis zu meinem eigenen Wechsel in den Ruhestand 2022, die Tiefdruckwerkstatt an der Akademie der bildenden Künste Wien, als Assistenzprofessor zu leiten.

Zahlreiche Auszeichnungen würdigen seine Person und seine Kunst, u.a. der Lovis Corinth Preis, das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse, die goldene Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien...

Für mich war die Begegnung mit Anton Lehmden im Jahr 1974 lebensbestimmend. In zahllosen Erinnerungen bin ich mit ihm als einer seiner frühesten Studierenden und in der Folge als einer seiner Mitarbeiter in seiner Meisterschule für Malerei, an der Akademie der bildenden Künste Wien, verbunden.

Michael Hedwig, Wien, 21.01.2026

Atelier, 1060 Wien, 26.01.2024
Atelier, 1060 Wien, 26.01.2024

1981

Anfänge der spirituellen Dimension im künstlerischen Werk von Michael Hedwig

Eine für seine persönliche und künstlerische Entwicklung bedeutsame Begegnung erfuhr Michael Hedwig 1981. Bei einem Sufi Camp in den französischen Alpen, Chamonix, Nid d’Aigle, begegnete er dem Sufimeister Pir Vilayat Inayat Khan.

Die Erfahrungen jener Tage bildeten die Grundlage seines Interesses an universellen, religionsübergreifenden Konzepten, erweckten sein Verständnis für die Einheit der religiösen Ideale und fanden zunehmend, ab ca. 2000, ihren Ausdruck im Werk. 

1985

Lehrender an der Akademie der bildenden Künste Wien von 1985 bis 2022

2004 - 2022

Assistenzprofessor, Institut für bildende Kunst, Leiter der Tiefdruckwerkstatt


1995 - 2004

Universitätsassistent, 1995-1997 Meisterschule Anton Lehmden, ab 1998 Meisterschule Gunter Damisch, Aufbau einer "offenen" Werkstatt


1985 - 1995

Lehrbeauftragter, Meisterschule Anton Lehmden


Workshops, Kurse

2024

Malerei, Sommerakademie Schloss Deutschkreutz, 15. - 19. Juli 2024


2015

Radierung, internationale Sommerakademie Kunstwerk Lienz, Dölsach, Osttirol, 13. - 17. Juli 2015


2014

Radierung, internationale Sommerakademie Kunstwerk Lienz, Dölsach, Osttirol, 14. - 18. Juli 2014


2012

Radierung, im Rahmen von "Graficon", internationales Symposium, Selçuk University, Konya, Türkei, 30 April - 04 Mai 2012


2002

printmaking, in der Druckwerkstatt von Karsi Sanat Calismalari, Beyoglu, Istanbul, Türkei


1993

Malerei, Akademie für bildende Kunst Vulkaneifel, Steffeln, Galerie Norbert Blaeser, Deutschland

Zeichnung, Sommerakademie Art Didacta, Innsbruck


1985

Malerei, Internationale Sommerakademie für bildenden Kunst Salzburg, Assistenz in der Klasse von Anton Lehmden


Auszeichnungen

2000

Theodor Körner Preis für das Druckgraphikprojekt Über-Körper, 12 Radierungen


1988

Ankaufpreis des Landes Tirol, 21. Österreichischer Graphikwettbewerb, Innsbruck


1986

Hauptpreis, Österreichischer Graphikpreis, 20. Österreichischer Graphikwettbewerb, Innsbruck

Katalog Cover, 20. Österreichischer Graphikwettbewerb, 1986, "Michael Hedwig, Die Reiter, 1986, Aquarell, 237 x 279 mm
Katalog Cover, 20. Österreichischer Graphikwettbewerb, 1986, "Michael Hedwig, Die Reiter, 1986, Aquarell, 237 x 279 mm

1983

Arbeitsstipendium der Gemeinde Wien


1980

Meisterschulpreis


1979

Meisterschulpreis


Mitgliedschaft

Seit 2023

Seit 1985

EHRENMITGLIED der Künstler:innen Vereinigung Tirol - ehemals Tiroler Künstler:innenschaft

Mitglied der Tiroler Künstler:innenschaft


Sammlung Infeld

2026

Bewegung, Werke aus der Sammlung Infeld und Würdigung Sepp Laubner, Trausdorf, Burgenland


2020

2017

Kunstschätze, Infeld Kulturzentrum, Dobrinj, Kroatien

Weihnachtsausstellung, Sammlung Haus der Kultur, Halbturn, Burgenland (Anton Lehmden, Anne Suttner, Mo Häusler, Michael Hedwig, Savio)

Text: Dr. Yordanka Weiss

Michael Hedwig (geb. 1957 in Lienz, Osttirol; Studium an der Akademie der Bildenden Künste in Wien, Meisterschule für Malerei Prof. Anton Lehmden, lebt und arbeitet in Wien)

Das Thema von Michael Hedwig ist der Mensch: mit seinem Körper und seiner Seele, ohne Gesicht und Geschlecht, der Mensch aller Zeiten und Kulturen. „Der menschliche Körper entsteht als Träger von Energien, der im Zusammenwirken mit anderen jene energetischen und sozialen Muster entstehen lässt, in denen die Seele ihren Bereich der Entfaltung und Bewegung erfährt. Im Miteinander spiegeln und verstärken sich die Seelenkräfte und finden zu ihrer wechselvollen Gestalt“, so Hedwig.

Seine Menschengruppierungen werfen Fragen auf, die nicht ohne den Betrachter zu beantworten sind. Spürbar ist oft ein Eindruck von Bedrohung, von Vergänglichkeit des menschlichen Lebens. Spürbar ist aber auch eine Gemeinsamkeit von Überzeugungen und von Lebenshaltungen; auch der gemeinsame Kult in der Religiosität - das mystische Erleben der Gemeinsamkeit. Auch ein Zelt wird zum Ort der geschützten Gemeinsamkeit mit der Natur. Dieser ermöglicht den Menschen, die in den Alpen ausgeliefert der Naturgewalten stehen, in den Zelten Geborgenheit, Sicherheit und Miteinander zu finden.


Editionen

2026

Körper - rot, Kunstdrucke, Auflage 50, für Rotary Club Lienz

Gärtner, Radierungen, Auflage 22, für Round Table Lienz


2025

11 farbige Offsetlithografien zu einem Text von Karin Peschka, "an- und abgesang" - Buch, Edition Thurnhof - Toni Kurz, Horn


2021

11 farbige Offsetlithografien zu Gedichten von Michael Köhlmeier, "Sonette aus dem Railjet" - Buch, Edition Thurnhof - Toni Kurz, Horn


2018

Wolfgang Buchta und Michael Hedwig, "Schauplätze" - Mappe mit 3 Lithographien, Edition Markus Gell, Rankweil


2014

Tagwerk & Nachtarbeit, 12 Radierungen zu Kurztexten von Karin Peschka


2008

Sterntaler, Buch, 9 Lithographien und 8 Radierungen

Text: Karin Peschka

Drucker Lithographien: Steffen Tschesno, Berlin

Drucker Radierungen: Rainer Voltmann, Mödling

Bleisatz: Thomas Franke, Leipzig

Auflage 21

Edition Neuhauser Kunstmühle


2005

Bewegungen der Seele, 3 Radierungen, Radierung und Aquatinta, je 2 Kupferplatten, Auflage 30+V+3

Drucker: Josef Mühlbacher, Wien

kratzen | ätzen | pressen, 33 zeitgenössische Tiefdrucke, Drucker: Markus Gell, Rankweil


2002

Hochaltar Vill, Radierung und Aquatinta, 2 Farben, 2 Kupferplatten, Auflage 40+X+5+5

Drucker: Josef Mühlbacher, Wien


2001

Tammerburg, anlässlich der Eröffnungsausstellung der Informakademie Osttirol,

Radierung und Aquatinta, 3 Farben, 2 Kupferplatten, Auflage 50+5+5


2000

In den Alpen, Die Druckplatte Nr.15, Die Kleine Galerie, Wien

Radierung und Aquatinta, 3 Farben, 2 Kupferplatten, Auflage 50+5+5


1997 - 2008

Zahlreiche Lithographien in Zusammenarbeit mit den Berliner Steinruckern Klaus Wilfert und Steffen Tschesno, Neuhauser Kunstmühle, Salzburg


Künstlerische Ausstattung

2006

Schönbrunn, Hotel Courtyard by Marriott Schönbrunn Wien


Öffentlicher Raum

2005

Bewegungen der Seele, U3-Station Stubentor, Ausgang Parkring, 1010 Wien


Kirchenraum

2026

Fastentuch, 11x7m, Fastenzeit, Pfarrkirche St. Andrä, Lienz


2025

Fastentuch, 11x7m, Fastenzeit, Pfarrkirche St. Andrä, Lienz


2024

Fastentuch, 11x7m, Fastenzeit, Pfarrkirche St. Andrä, Lienz


2023

Fastentuch, 11x7m, Fastenzeit, Michaelerkirche, Wien


2022

Fastentuch, 11x7m, Fastenzeit, Michaelerkirche, Wien

4 Zeichnungen, zeitgenössische Annäherungen an das Mariahilfbild von Michael Hedwig bei "MARIAHILF - displaced?: eine Leerstelle und eine außergewöhnliche Nähe". Ausstellung zur Fastenzeit, Dom zu St. Jakob, Innsbruck 


2021

Fastentuch, 11x7m, Fastenzeit, Michaelerkirche, Wien


2020

Fastentuch, 11x7m, Fastenzeit, Michaelerkirche, Wien


2011

Fastentuch, 11x7m, Fastenzeit, Dom zu St. Jakob, Innsbruck


2010

Fastentuch, 11x7m, Fastenzeit, Dom zu St. Jakob, Innsbruck


seit 2002

Österliches Hochaltarbild, jährlich Ostern bis Pfingsten, Pfarrkirche St. Martin, Vill/Tirol


Symposien

1993

Sinai - Berg des Bundes, Künstlerklausur der Grazer Minoriten, Nuweiba am Roten Meer, Ägypten

10. Künstlerbegegnung, Stift St. Lambrecht, Steiermark


1990

7. Künstlerbegegnung, Stift St. Lambrecht, Steiermark


1989

Tod - Exodus - Exitus - Wandlung, Künstlerklausur der Grazer Minoriten, Schloss Poppendorf, Steiermark


Musikprojekte

1983 - 1987

Laut Vereinbarung - Elisabeth Asenbaum, Andy Chicken, Markus Gstrein(+), Michael Hedwig, Fritz Ruprechter, Martin Tiefenthaler

Konzerte u.a. im Museum für moderne Kunst, Palais Liechtenstein, Wien

Konfrontationen, Jazzgalerie Nickelsdorf, Burgenland

Begegnungen, Engelsburg, Neustift, Südtirol

50-Stundenkonzert, Galerie Rem, Wien

earfuck, Galerie Rem, Wien

Konzert anlässlich einer Ausstellung von Maria Lassnig im 20er Haus, Wien, 1985
Konzert anlässlich einer Ausstellung von Maria Lassnig im 20er Haus, Wien, 1985

Werke in Sammlungen

Akademie der Bildenden Künste, Wien

Albertina, Wien

Bank Austria

Bezirkskrankenhaus Lienz

Bischöfliches Priesterseminar, Graz

Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst

Artothek des Bundes

Gedenkstätte Theresienstadt, Tschechische Republik

Gemeinde Dölsach

Kleine Zeitung, Graz

Lienzer Sparkasse

Österreichische Nationalbiliothek, Wien

Sammlung Infeld, Halbturn

Sammlung Pastula, Poręby Kupieńskie, Polen

Stadt Innsbruck

Stadt Klagenfurt

Schloss Bruck, Museum der Stadt Lienz

Stadt St. Veit/Glan

Stadt Wien

Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum, Innsbruck

Tiroler Sparkasse

Volksbank, Lienz

DolomitenBank, Lienz

Zahlreiche Privatsammlungen


Michael Hedwig, Foto. M. Lugger, Lienz, 2017
Michael Hedwig, Foto. M. Lugger, Lienz, 2017